Unsere Geschichte

Dr. Thomas Stührenberg – Stammhaus Gründer

Thomas Stührenberg (* 01.04.1946, † 10.11.2015) war gemeinsam mit seiner Frau und Weggefährtin Irm Bienko nicht nur der Begründer der Stammhaus-Idee; er hat den Aufbau und die Fortführung des Stammhaus-Projektes in unnachahmlicher Weise vorangetrieben und durch sein Engagement überhaupt erst ermöglicht.

Dr. Thomas Stührenberg

Er hatte den Mut und die Tatkraft, gegen alle Widerstände seine Idee Wirklichkeit werden zu lassen und fand von Beginn an tatkräftige Unterstützung von überzeugten Eltern von Kindern mit Behinderung und freiwilligen Helfern aus allen Bereichen unserer Gesellschaft. Über drei Jahrzehnte hat Thomas Stührenberg ehrenamtlich die Geschicke des Vereins geführt und dabei unendlich viel Zeit und Energie in sein Lebensprojekt gesteckt.

Unsere Aufgabe ist es nun, das Stammhaus in all seinen Ausprägungen fortzuführen und weiterzuentwickeln. Wir sind Thomas Stührenberg zu großem Dank verpflichtet! Er wird immer unser Vorbild und Ansporn bleiben!

Seine Gattin Irm Bienko, die über all die Jahre ebenfalls mit großem Einsatz und ausgesprochen prägend am gemeinsamen Ziel mitgewirkt hat, hat sich erst viele Jahre nach Erreichen des Rentenalters in den verdienten Ruhestand zurückgezogen. Sie verfolgt das Geschehen immer noch mit großem Interesse und bleibt uns als moralische Stütze und Orientierung erhalten.

1982

Kölner Bürger tun sich zusammen und gründen den gemeinnützigen Verein „Gemeinschaft Unser Platz im Leben e.V.“. Ihr Ziel: eine integrative Wohn- und Arbeitsstätte für Menschen mit Behinderung.

1987

Erwerb und Umbau des ehemaligen Bauernhofes Aachener Straße 1413 in Köln-Weiden. Im Herbst 1987 ziehen die ersten BewohnerInnen ein.

1988

Die Stammhaus-gGmbH wird gegründet. Ihr Unternehmenszweck: Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung. Im Herbst werden die ersten MitarbeiterInnen eingestellt.

1989

Der Wohnbereich wird ausgebaut. Weitere BewohnerInnen ziehen ein. Die ersten Werkstatträume werden fertig gestellt. Auf den brach liegenden Feldern wird Obst und Gemüse angebaut. Das Stammhaus wird anerkannter Naturlandbetrieb. In ersten gemeinsamen Projekten mit dem Arbeitsamt Köln finden Menschen, die  jahrelang arbeitslos waren, den Einstieg oder Wiedereinstieg ins Arbeitsleben. Als Brücke in den Stadtteil wird das Stammhaus-Café eröffnet und entwickelt sich schnell zu einem beliebten Treffpunkt für Jung und Alt.

1990 - 1992

Im Zuge des weiteren Um- und Ausbaus entstehen eine Schreinerei, ein neues Wirtschaftsgebäude und zahlreiche Schulungs- und Arbeitsräume. Hier erproben Menschen mit und ohne Qualifikation, mit und ohne Handicap, jüngere und ältere gemeinsam ihren Weg ins Berufs- und Arbeitsleben.

1993

Der Landschaftsverband Rheinland erkennt den Wohnbereich des Stammhauses als teilstationäre Wohneinrichtung der Eingliederungshilfe an. Die bisherigen Individualfinanzierungen werden durch eine sogenannte Pflegesatzregelung abgelöst.

1995

Zusammen mit den Gemeinnützigen Werkstätten Köln (GWK) wird ein Gemeinschaftsprojekt „Außenarbeitsplatz Werkstatt für Behinderte“ ins Leben gerufen. Menschen in der „Grauzone“ zwischen WfB und Arbeitsmarkt erhalten eine Chance, aus der Behindertenwerkstatt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu wechseln.

1998

Die ersten Förderlehrgänge zur beruflichen Integration behinderter Jugendlicher nach der Schulentlassung laufen an. Bis Ende 2006 finden mehr als 200 junge Menschen eine berufliche Perspektive und viele von ihnen einen Arbeitsplatz.

2001

Die Stammhaus-gGmbH wird vom Integrationsamt des Landschaftsverbandes Rheinland als Integrationsunternehmen anerkannt.

2002

Im Rahmen eines EU-Projekts unterbreitet das Stammhaus ein berufsorientierendes Angebot speziell für mehrfach- und lernbehinderte Schüler der Schulabgangsklassen Kölner Sonderschulen. Mehr als 300 Jugendliche nehmen an diesem auf drei Jahre ausgelegten Projekt teil – 90 Prozent mit einer weiterführenden Perspektive.

2003

Im Herbst erweitert das Café sein Kulturprogramm um die Reihe „Schauspieler lesen im Stammhaus“.

2005

Auf Initiative der Gemeinschaft Unser Platz im Leben e.V. wird die gemeinnützige Stammhaus-Stiftung ins Leben gerufen.

2006

Das Stammhaus setzt neue Schwerpunkte für die Zukunft: das künftige Engagement zielt auf eine grundlegende Umstrukturierung in Richtung eines inklusiven Wohnverbunds aus stationärem und ambulant betreutem Wohnen und Mehrgenerationenwohnen. Die Betriebsbereiche Landwirtschaft und Handwerk werden aufgegeben.

2007 - 2010

Für die Realisierung des Konzepts sind erhebliche Umgestaltungen im Gesamtbestand des Stammhauses erforderlich. Im Rahmen einer Vorstudie wird ein  tragfähiger Vorschlag für die geplante Umgestaltung entwickelt. Das neue Nutzungskonzept und Raumprogramm werden mit dem Landschaftsverband Rheinland, der Heimaufsicht und der Sozialbehörde der Stadt Köln abgestimmt. Landschaftsverband und Stadt Köln befürworten das Vorhaben.

Wegen der Lage des Stammhauses im Außenbereich müssen die vorgesehenen Umbaumaßnahmen planungsrechtlich neu abgesichert werden. Dies geschieht im Rahmen einer Änderung des Flächennutzungsplans der Stadt Köln. Im Mai 2010 kann auf dieser Grundlage das Baugenehmigungsverfahren eingeleitet werden.

2011 - 2013

Nachdem im Juli 2011 alle erforderlichen Stellungnahmen und Gutachten zum Bauantrag vorliegen, wird im April 2012 die Baugenehmigung erteilt. Das Vorhaben soll aus Eigenmitteln und Fördermitteln finanziert werden. Die Förderanträge werden gestellt.

2013

Das Stammhaus will neben dem stationären Wohnangebot künftig auch einen ambulanten Wohnbetreuungsdienst betreiben. Im Januar 2013 erfolgt die Anerkennung durch den Landschaftsverband Rheinland. Ab 1. April nimmt der Dienst seine Tätigkeit auf.

2014 - 2016

Mitte 2014 liegen alle Bewilligungen für das Bauvorhaben vor. Damit ist die Gesamtfinanzierung gesichert. Der erste Bauabschnitt mit dem Neubau des Mehrgenerationenhauses kann im September 2014 in Angriff genommen werden. Anfang Oktober 2014 ist die Grundsteinlegung und im Mai 2015 findet das Richtfest des Mehrgenerationenhauses statt. Dieses ist fertiggestellt und wird im Juni 2016 bezogen. Im September beginnt der Umbau des neuen stationären Wohnbereichs.

2017

Das Betreute Wohnen hat sich etabliert und wird ohne fremde Förderung fortgeführt. Der Umbau des stationären Wohnbereichs verzögert sich durch planungsrechtliche Probleme. Ende des Jahres wird die Bautätigkeit wiederaufgenommen.

2018

Das Café soll im Frühjahr wiedereröffnet werden. Der Umzug in den Neubau des Wohnbereiches ist für Ende 2018 geplant.